John Dew wurde 1944 in Santiago de Cuba als Sohn eines britischen Diplomaten geboren. Nach dem Studium der Kunstgeschichte in New York kam er 1967 nach Deutschland. Zunächst arbeitete er dann als Bühnenbildner. Seine erste Opernausstattung war Die Zauberflöte in Durban, Südafrika. Dews erster Regiearbeit 1972 am Stadttheater Ulm folgte eine Vielzahl von Inszenierungen an zahlreichen deutschen Opernbühnen. Zu einem international beachteten Ereignis wurde besonders Richard Wagners Der Ring des Nibelungen in Krefeld/Mönchengladbach.

Von 1982-1995 war John Dew Oberspielleiter der Oper in Bielefeld. Mit zahlreichen Ur- und Erstaufführungen, sowie aufsehenerregenden Inszenierungen einer Reihe von durch die Nationalsozialisten verbotenen Opern der zwanziger Jahre machte er Bielefeld zu einem der interessantesten Opernhäuser Europas. Die Wiederentdeckung von vergessenen Opern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde zum Markenzeichen der Bielefelder Arbeit.

Neben seiner Bielefelder Tätigkeit trat John Dew als Gastregisseur an vielen großen europäischen Opernhäuser in Erscheinung. Er erarbeitete Inszenierungen an der Hamburgischen Staatsoper Hamletmaschine von Wolfgang Rihm und Aida und der Deutschen Oper Berlin u.a. Die Hugenotten von Meyerbeer und Faust. Außerdem arbeitete er an der Staatsoper Stuttgart, der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, am Opernhaus Zürich, der Opéra Comique in Paris und an der Staatsoper Prag. Für die Oper Leipzig inszenierte er einen Mozart-Zyklus und kürzlich Debussys Pelleas und Melisande. An der Wiener Staatsoper gab Dew mit Bellinis I Puritani so wie La Favorite an der Wiener Staatsoper, Sein Debüt in Spanien gab er Teatro Real Madrid mit der Urauffuhrung von Albenezes Merlin. Am Royal Opera House Covent Garden in London inszenierte er Meyerbeers Die Hugenotten.

John Dew war von 1995 bis 2001 Generalintendant des Theaters Dortmund. Im Spielplan setzt er hier neben dem bekannten Opernrepertoire Akzente mit Ur- und Erstaufführungen sowie mit der Reihe "Französische Oper", die zu Unrecht vergessene Werke des französischen Repertoires vorstellt. Opern von Halévy, Chausson, Roussel, Berlioz, Meyerbeer und Bloch wurden hier zumeist zum ersten Mal in Deutschland vorgestellt. Zuletzt wurde die Aufführung von Gustave Charpentiers Opern – Diptychon Louise und Julien zu einem spektakulären Erfolg.

In der letzen Spielzeit inszenierte er La Favorite an der Wiener Staatsoper, Merlin am Teatro Real Madrid und an der Hessischen Staatsoper Wiesbaden Wagners Rheingold.

Zeit 2004 ist John Dew Intendant des Staatstheater Darmstadt.